Kapodaster an Konzertgitarren, Kapodastertabelle

Zwei wichtige Anwendungsfälle des Kapodasters, Beispiele und Fotos

Tipp

Der Kapodaster ist an einer Konzertgitarre zu empfehlen, nicht so sehr an Westerngitarren.

Linktipp

Grundsätzliches

Kapodaster nennt man eine Klammer (Barreklammer), die dir erlaubt, einen höheren Akkord zu spielen, auch wenn du ihn sonst nicht greifen könntest. Du kannst damit zum Beispiel andere Tonarten spielen, die nicht so leicht zu greifen sind, die du aber spielen musst (meinetwegen im Zusammenspiel mit B-Klarinette oder Es-Klarinette oder B-Saxophon usw. oder im Orchester). Und ganz ähnlich: Man kann auch die Tonart so beibehalten, wie sie ohne Kapodaster klingt (damit alle so mitsingen können wie gewohnt), und einen anderen (leichteren) Griff suchen zur Vereinfachung. Zu diesem Thema - Tonart beibehalten - klick einmal hier!

Das Einzige, was etwas Zeit in Anspruch nimmt, ist das Anbringen des Kapodasters an die richtige Stelle; daher musst Du ihn vor dem Spielen anklemmen. Oder Du machst eine kleine "Kunstpause". Der Kapodaster wird so angebracht, dass die Saiten alle gut klingen. Du bringst ihn am besten ganz nahe an dem Bund an, der abgedrückt werden soll. Du beugst so vor, dass eine Saite gar nicht klingt.

Ein Link zu Ewa


Zwei Fälle und zwei Tabellen

Tabelle für den Fall, dass dir alle Griffe gefallen und du höher spielen willst

Zum Beispiel kannst Du fis-moll gut spielen, wenn Du den 2. Bund mit dem Kapodaster abdrückst. Du spielst dann wie den leicht zu spielenden e-moll-Griff, jedenfalls sieht es so aus wie e-moll, ist aber wirklich fis-moll!

Hier folgt zuerst einmal eine hilfreiche Tabelle zum Erhöhen der Tonart (um einen ganzen Ton beispielsweise, um anderthalb Töne oder um zwei usw.) für alle, die den Kapodaster in beinahe jedem beliebigen Bund anwenden wollen (ich probiere noch).

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Höher geht schon ...

Ich habe "H" statt "International-B" und B statt des international gebräuchlichen Bb geschrieben in meiner Tabelle. Sie liegt hier jetzt als DOC (für Word), als PDF und als JPG vor.


Erklärung dieser grünen Tabelle: +1/2: das soll einen halben Ton höher heißen. +1 bedeutet einen ganzen Ton höher. +kl.T ist die kleine Terz nach oben. +gr.Terz ist dann die große Terz hinauf. S4 ist Stufe 4 vom Grundton aus. S5 ist die Stufe 5. Dann -gr.Terz: große Terz abwärts. -kl.T: kleine Terz hinunter. -1 ist einen ganzen Ton tiefer. -1/2 bedeutet einen halben Ton tiefer

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Tabelle wie oben

Unter "Bund>" in der grünen Spalte sind die Tonarten, die hoffentlich im Stück stehen, von denen gehst Du aus. Von der oberen grünen Zeile sollst Du auch ausgehen, wenn Du weißt, was +1  bedeutet: +1 bedeutet einen ganzen Ton höher. Darunter die "2" sagt: ein Ton höher ist 2 Bünde hinauf. Es sind im Ergebnis zu hörende Tonarten, die Du wirklich spielst. Auch G7 z. B. spielst du einfach immer G7, nicht anders. Es sieht immer wie G7 aus, nur eben hinter dem Kapodaster! Es klingt aber höher als G7!

Ein Anwendungsbeispiel der oben abgebildeten Kapo-Tabelle

So, es beginnt einfach: mit einem kleinen Lied mit nur zwei Griffen. Das Lied heißt: "Ein Vogel wollte Hochzeit halten ..." (kannst Du mit D-Dur und A-Dur spielen). - Denke mal, Du müsstest dieses Liedchen in E-Dur spielen. Dann setzt Du den Kapodaster an den 2. Bund und spielst das Griffbild D-Dur wie gewohnt. Das Ergebnis: Alles ist genau einen Ton höher. Spielen kannst Du D-Dur und A-Dur wie vorher.

Ein zweites Beispiel der obigen Kapodaster-Tabelle

Das zweite etwas schwerere Anwendungsbeispiel: Falls Dir die Griffe alle gefallen in dem nächsten Lied und wenn Du dieses Stück einen ganzen Ton höher spielen willst, dann hilft Dir der Kapodaster so: Im Fall, dass Du die Gitarrengriffe hast, kannst Du schnelle Ergebnisse haben: Wir nehmen mal für die Theorie an, in dem Stück kommen C-Dur, F-Dur und G-Dur (und vielleicht noch ein paar weitere Griffe wie z. B. a-moll, evtl. e-moll) vor. Angenommen, Du kannst nun C-, G-, F-Dur und so weiter gut spielen, und angenommen, Du kannst nicht so gut in die andere Tonart übersetzen (das nennt man "transponieren"); dann ist dies zu empfehlen: Du gehst in dieser Tabelle oben auf die Zeile C (C im grünen Feld, unter dem Bund>), und senkrecht siehst Du nach bei Ton>: +1 (=einen ganzen Ton höher). Unter der 1 steht bei Bund> eine 2, weil der 2. Bund in diesem Fall die richtige Wahl ist. Jetzt den Kapodaster an die Gitarre im 2. Bund anklemmen, so dass alle Saiten richtig gut klingen! - Du spielst einfach C, G, F und a-moll.

Mit Bild: a-moll -> h-moll

Der ursprüngliche Griff ist in diesem Beispiel a-moll. Nun nehmen wir an, Du musst h-moll spielen, damit es einen Ton höher klingt - aber ach: Du kannst h-moll noch nicht spielen! Dann kommt jetzt Dein Kapodaster zum Einsatz: Der Kapodaster darf wie links im Foto angebracht werden. Und schon klingt es richtig nach h-moll! Wie kommt das? Der Kapodaster wirkt wie ein Barregriff, den Du mit dem Zeigefinger schwer drücken müsstest. Aber nun sparst Du Dir diese Mühe. Dein Kapodaster macht es möglich für Dich.


Auch G7 oder e oder D7-9 oder Esus4 oder alle solche Griffe kannst Du mit dem Kapodaster so beibehalten. Alle Griffbilder bleiben in diesem Anwendungsfall erhalten.


Wenn Dir Griffe nicht gefallen - eine zweite Kapodastertabelle zum Beibehalten der Tonart

Wenn Dir Griffe nicht zusagen, weil sie vielleicht schwer zu greifen sind, darfst Du diese Tabelle zu Rate ziehen (oder nimm die Tabelle tiefer: klick!):

Falls Du nun G-Dur ersetzen musst, so kannst Du ganz gut im 3. Bund einen Kapodaster anbringen und wie E-Dur spielen. Wenn Du Gis vorliegen hast, kannst Du G im 1. Bund oder E im 4. Bund nehmen. Und so fort.

Ein erstes Beispiel hierzu, wenn Du Griffe auswechseln musst

Nehmen wir für das erste Beispiel in diesem dem Kapodaster gewidmeten Kapitel ein leichtes Lied. Es heißt: Vertraue auf den Herrn allezeit. Und ich kenne es in f-moll. Es kommen die Griffe f-moll, C-Dur und b-moll (international Bb minor, B-flat minor) vor, was schwer ist. Daher liegt es sehr nahe, dass man es nicht in f-moll greifen möchte, sondern vielleicht in e-moll. Nimm den Fall an, dass alle Sänger dieses Lied in der immer so gewesenen Tonart, nämlich f-moll, singen wollen! Das kann leicht sein! Darum: Jetzt kommt der Kapodaster ins Spiel: Du kannst die Tonlage f-moll beibehalten und trotzdem das e-moll-Bild greifen! Und zwar so: Der Kapodaster kommt an den 1. Bund vom Steg aus gesehen. Du spielst das, was Du schon kennst und viel leichter greifen kannst (als f-moll und b-moll und C-Dur), nämlich e-moll, a-moll und H-Dur (oder besser H7).

Schweres Beispiel, wenn du die Tonlage beibehalten musst

Der schwere Anwendungsfall: Ich nehme an, Du musst wieder wie oben die Tonart beibehalten. Der Klang bleibt erhalten, nur die Griffbilder ändern sich! Falls Du in diesem Stück oder Lied einen oder mehrere Griffe nicht spielen kannst, weil sie vielleicht schwer zu greifen sind, dann gehst Du so vor:

Die große Tabelle ist unten:

1.) Nehmen wir uns einmal das Lied "Über sieben Brücken musst du geh'n ..." (in D-Dur) vor. Es gibt hier fis-moll und Fis-Dur.  Fis-moll und Fis-Dur kann ich nicht spielen. Ich denke darüber nach, lieber e-moll zu greifen anstatt fis-moll - und E-Dur statt Fis-Dur. Das ist ein ganzer Ton tiefer. Also muss ich für neue Griffe entweder transponieren oder in einer Tabelle nachschlagen.  Mit einer Tabelle geht es schneller. - In einer Tabelle wie dieser hier unten geht's so: Ich gehe zuerst von C-Dur aus. C-Dur wird in diesem Fall zu B-Dur (zu einem Ton tiefer, Kapodaster 2. Bund). Und das kann ich schlechterdings auch nicht spielen. Um das alles, was ich noch nicht spielen kann, zu vermeiden, muss ich mir nun etwas anderes einfallen lassen.

2.) Schau in die Tabelle hier unten! Statt C-Dur in den Noten nehme ich lieber F-Dur! Ich versuche, einen Kompromiss zu machen und klemme den Kapodaster dann später in den 7. Bund. Ich werde anstatt des C ein F spielen. An Stelle von fis spiele ich dann h. Und anstatt h nehme ich e. Und statt e spiele ich a. Also müssen alle Griffe im Quintenzirkel eine Quinte tiefer.  (Wer weiß jetzt denn, was ein Quintenzirkel ist? Erklärungen zum Quintenzirkel gibt es hier.) - Eine Quinte tiefer ist fünf Töne tiefer, den Ausgangston mitgerechnet. (Natürlich sind die Töne nur scheinbar eine Quinte tiefer, denn es soll ja genauso wie vorher klingen.) - In der Tabelle suche ich zum Beispiel das C. Und ich will ja statt dessen ein F (F-Griffbild) greifen. Die Tabelle gibt Auskunft, dass der Kapodaster in den 7. Bund kommt. Klemm ihn dort im 7. Bund an! - Am Ende spiele ich vom Griffbild her F-Dur statt C-Dur und h-moll statt fis-moll usw. - das ist eine Quinte tiefer. Diese Tabelle funktioniert auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten und zusammen mit Sängern!

Kapodaster-Tabelle zum Beibehalten der Tonart
Kapodaster-Tabelle zum Beibehalten der Tonart
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Kapodaster-Fotos

In den ersten Bünden den Kapodaster anzubringen ist einfacher, aber es geht mehr

Schön klappt es meist in den ersten 5 bis 7 Bünden.

Über jedem Bild steht als Erstes, wo der Kapodaster sitzt. Also am Anfang im 1. Bund...

1. Bund: B-Dur, greif wie A-Dur:

1. Bund: Es-Dur, greif wie D-Dur:

1. Bund: F-Dur (greif wie E-Dur):

2. Bund

2. Bund: D-Dur (greif wie C-Dur):

2. Bund: Fis-Dur (zu greifen wie E-Dur):

2. Bund fis-Moll (greif wie e-Moll):

2. Bund: h-Moll (zu greifen wie a-Moll):

3. Bund

3. Bund: c-Moll (greif wie a-Moll):

3. Bund: f-Moll (greif wie d-Moll):

3. Bund: G-Dur (greif wie E-Dur):

3. Bund: g-Moll (greif wie e-Moll):

3. Bund: B-Dur (greif wie G-Dur):

3. Bund: Es-Dur (greif wie C-Dur):

4. Bund

4. Bund: Cis-Dur/Des-Dur (greif wie A-Dur):

4. Bund: cis-Moll (greif wie a-Moll):

4. Bund. Fis-Dur (greif wie D-Dur):

4. Bund: gis-Moll (greif wie e-Moll):

4. Bund: H-Dur (greif wie G-Dur):

Ich habe hier aufgehört, aber wer weiterdenken kann, soll das tun.


Der Quintenzirkel

Der Quintenzirkel ist ein Kreis mit allen Dur- und Moll-Akkorden, die es gibt, aber es werden nicht die sehr ungewöhnlichen Akkorde wie zum Beispiel fisis-Moll und so aufgelistet. Denn wir haben es bei Fisis-moll mit einer Tonart zu tun, die auf dem Klavier wie g-Moll klingt, also ist auf dem Klavier Fisis-Dur G-Dur, entsprechend dann fisis-Moll g-Moll.

Der Kreis des Quintenzirkels kann auch aufgelöst werden, so dass Du eine kleine Liste oder Tabelle hast. Für das Auffinden von Gitarrengriffen, die gut zusammen passen, genügt im einfachen Fall eine kleinere Tabelle: